|
Liebe Gemeinde St. Martin!
Die Menschen der heutigen Zeit sind es gewohnt, den Ablauf von
Aktionen vorauszuberechnen, planmäßig durchzuführen und so den Erfolg
zu garantieren. Jedenfalls versuchen sie das auf allen Gebieten.
Auch in der Seelsorge wird auf diese Weise die Ausgangslage ermittelt,
werden in der Gemeinde pastorale Pläne entworfen, die wir mit den
neuesten Methoden der Pastoraltheologie zu verwirklichen suchen. Aber
dennoch kann diese Methode den Rückgang des kirchlichen Lebens nicht
aufhalten. Die Jugend wendet sich von der Kirche ab. Christlicher
Glaube und erst recht das Gemeindeleben sind nicht mehr attraktiv.
Für viele Christen, die sich in ihrem Glauben tief verbunden fühlen,
die sich beruflich, ehrenamtlich oder ganz privat, vielleicht nur in
der eigenen Familie, um die Weckung und Vertiefung des Glaubens
bemühen, sind diese Tatsachen enttäuschend und deprimierend.Eine
ähnliche Situation lässt sich auch in der Bibel nachlesen: Petrus und
seine Gefährten bemühen sich, die ganze Nacht Fische zu fangen (vgl.
Joh 21,1-14; Kurzfassung des Evangeliums am 3. Ostersonntag, dem 18.
April 2010), aber ohne Erfolg. Dann begegnen sie dem auferstandenen
Herrn, der ihnen die scheinbar naive Weisung erteilt, das Netz auf der
rechten Seite des Bootes auszuwerfen. «Sie warfen das Netz aus und
konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.« (Joh 21,6b)
Diese Geschichte macht deutlich, dass die Bitterkeit der Enttäuschung
und scheinbarer Vergeblichkeit zum Leben eines jeden gehört, aber auch
beglückende, manchmal völlig unerwartete Erfolge; und dann wissen wir,
wem wir diese Erfolge zu verdanken haben.
Werft noch einmal das Netz aus! (Joh 21,6a) In der Befolgung dieser
Weisung und dem überraschenden Ergebnis wird deutlich: Wer sich auf
Gott verlässt, macht die Erfahrung, dass das Leben ge lingt.
Dies ist nicht nur die Situation der Jünger damals, sondern auch die
unserer Gemeinde heute und die von uns persönlich. Stärkung finden wir
in der Eucharistie, wo Christus sich mit uns eins macht „Kommt
her und esst!“ (Joh 21,12) damit lädt Jesus seine Jünger und auch
uns ein. Wir dürfen an Ihm teilhaben wie die Jünger damals an Ihm. Er
ist im Heiligen Mahl bis zum Ende der Tage ganz bei uns!
Ihr Kaplan Ha Do
|