Architektur

Die Kirche St.Nikolaus, benannt nach dem heiligen Nikolaus von Tolentino, liegt im Herzen Wittenaus, Spießweg Ecke Techowpromenade, in unmittelbarer Nähe der Dorfaue. Das freistehende Bauwerk mit seinem filigranen Glockenturm (Kampanile, siehe Abbildung) befindet sich im Schnittpunkt dreier Sichtachsen. Es erschließt sich am besten dem, der von der Oranienburger Straße in die sanft gekrümmte Techowpromenade einbiegt. Die Kirche stellt sich aber auch vom anderen Ende dieser Straße aus als städtebauliches Juwel dar. Sie kann außerdem durch die Frommpromenade von der Seite her in voller Schönheit bewundert werden.


Architektur St.Nikolaus

Der 1961 von Heinz Völker & Rudolf Grosse errichtete Sakralbau folgt dem Grundsatz innerer und äußerer Gleichheit der raumbildenden Elemente. Die von den Architekten angewandte Skelettbauweise begünstigt ihre Absicht so genial wie praktisch. Die tragenden Rahmen aus Stahlbeton bewältigen gleichzeitig Zug- und Druckspannungen. Sie sind so aufgestellt, dass sie sechs Joche oder Raumteile im breitrechteckigen Querschnitt abstecken. Sie bleiben innen wie außen sichtbar, innen vor allem auch als Unterzüge der Decke.

Seitlich schließen sich nun Wände an, die bei solcher Skelettkonstruktion geschickt auszufachen waren. Also nicht wie herkömmlich in gerader Flucht, sondern vom einen zum nächsten Vertikalträger gleichmäßig dreiecksförmige Ausfaltungen bildend (vgl. Abbildung: Blickrichtung vom Priester aus). Die auswärts strebenden Teile sind gelb-bräunlich verglast und lassen einen halbdirekten Lichteinfall von rückwärts in Richtung der Altarinsel zu. Die zum Rechteck-Grundriss zurückstrebenden Wandteile sind innen wie außen mit Klinkerfliesen bekleidet.

Die wie schräge Kulissen dem Kirchenraum immer erneut zustrebenden seitlichen Wandteile lassen eine Raumwirkung entstehen, die im Verein mit der Lichtführung den Blick unweigerlich nach vorn in den Altarbereich lenkt (vgl. Abbildung: Blickrichtung vom Organisten zum Altar). Der Winkel der schräggestellten Klinkerwände wird beim fensterlosen, ebenfalls verklinkerten Drei-Achtel-Raumabschluss im Altarbereich beibehalten. In diese, den Kirchenraum auf ganzer Breite abschließende Apsis ist rechts eine kleine Nische als Taufkapelle eingelassen.

Die Winkelstellung der Glaswandteile findet sich in der Front des Baukörpers wieder. Der gerade Teil der Frontwand ist bis zum Ansatz der ersten Glasfläche nach innen versetzt, so dass ein schmaler eingezogener, vom flachen Kirchendach mitüberdeckter Portalvorraum entsteht. Über dem Eingangsportal prangt ein großes Beton-Kreuz. Rechtsseitig begleitet das Hauptschiff in gleicher Staffelung ein Beichtkapellenschiff in halber Höhe. An dessen Ende befindet sich die Sakristei.

Der Turm wurde als Kampanile (siehe Abbildung) genau in der Sichtachse der Straßen errichtet, zugleich in unmittelbarer Nähe der Altarinsel. Nach oben sich unmerklich verjüngend, bauen ihn geschossweise achteckige Betonrahmen auf, in die je Feld zueinander geneigte Streben wie Fachwerk eingefügt sind. Auch bei diesen nur in den beiden Untergeschossen voll ausgefachten, sonst offenen Gebilden wirkt sich die Vermeidung des rechten Winkels verlebendigend aus. Aus luftiger Höhe von etwa 30 Metern Höhe grüßt ein goldener Wetterhahn. Der jugendlich wirkende Klang der drei Glocken kann sich weitreichend entfalten. Die Glocken sind auf „e“ (St.Nikolaus), „gis“ (St.Elisabeth) und „h“ (St.Heinrich) gestimmt.

Turm und Kirche sind verbunden durch eine Pergola. An der Engstelle zwischen beiden Gebäuden sieht man ins Mauerwerk der Kirche eingelassen den Grundstein mit dem Datum vom 19.06.1960. Innerhalb der Kirche entdecken wir ihn im Altarraum in der Nähe des Priestersitzes. Hierin wurde die Grundstein-Urkunde zusammen mit einer Tageszeitung. dem Petrusblatt, den Pfarrmitteilungen von damals, den Wohlfahrtsmarken des Jahres 1960 und 8,88 DM als Münzen in eine Messingschatulle gegeben, zugelötet und eingemauert.

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