Bildungskonzept

Der Bildungsauftrag für unsere Einrichtung

Rechtsträger der katholischen Kindertagesstätte St. Martin ist die katholische Kirchengemeinde St. Martin, Wilhelmsruher Damm 144, 13439 Berlin.1 Grundlage unseres Handelns ist das Leitbild der katholischen Kirchengemeinde, sowie das Leitbild unserer Kindertagestätte. 
Unsere Kinder werden im christlichen Glauben erzogen und in das Gemeindeleben eingeführt.
In unserer Kindertagesstätte werden Bildungsprozesse vom Kind her gestaltet. Erzieherinnen und Erzieher arrangieren eine Umwelt in der Prozesse der eigenständigen Bildung von Kindern angeregt und gefördert werden.
Unsere Arbeit richtet sich nach dem Berliner Bildungsprogramm und trägt dazu bei, dass Kinder sich in der Welt besser zurecht finden und befähigt werden, diese mit zu gestalten.
Wir ergänzen die Erziehung des Kindes in der Familie und fördern seine Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftlichen Persönlichkeit.

Die Bildungsvereinbarung

Mit dieser Vereinbarung soll erreicht werden:

dass alle Berliner Kindertagesstätten ihre pädagogischen Arbeit nach den Vorgaben des Berliner Bildungsprogramms entwickeln, damit die Arbeit der Kindertagesstätte auf einem qualitativ hohem Niveau zur Förderung und Bildung der Kinder steht.
dass die pädagogischen Fachkräfte aller Kindertagesstätten, den vorhandenen Entwicklungsbedarf, sowie die hierfür geplanten Maßnahmen kennen und die Eltern, das bezirkliche Jugendamt, sowie die für Jugend zuständige Senatsverwaltung auf Nachfrage darüber informieren
dass die pädagogischen Fachkräfte die quantitativ und qualitativ notwendige Unterstützung für die Umsetzung des Bildungsprogramms erhalten und
dass die hierfür notwendigen Ressourcen den Trägern und Kindertagesstätten zur Verfügung stehen.
Zum Bildungsverständnis

Auf der Grundlage unserer demokratischen Verfassung und eines
dementsprechendem Bildungsverständnisses soll jedes Kind die Chance haben, seine Absichten, Fähigkeiten und individuellen Möglichkeiten in die Entwicklung von Gemeinschaft und Gesellschaft einzubringen. Dies ist unabhängig von der Herkunft und seinen individuellen Voraussetzungen.
 

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.Bildung als Aneignungstätigkeit

Kinder streben danach, sich ihre Welt anzueignen und Sinnzusammenhänge zu konstruieren. Mit jeder neuen Entdeckung und Erfahrung entwickeln sie ihre Erklärungsmuster weiter. Wir begleiten diesen Prozess, in dem wir Kinder zum selbständigen Lernen herausfordern. Dies beinhaltet, dass die Kinder lernen sich ein Bild von sich selbst in dieser Welt zu machen – sich ein Bild von anderen in dieser Welt machen, sowie das Weltgeschehen zu erleben und zu erkunden.

Bildung als aktiver, sozialer und sinnlicher Prozess

Kinder sind Akteure ihrer eigenen Entwicklung (M.Montessori)

Aktiv entdeckt, erforscht und gestaltet das Kind seine Welt. Ein aktives Kind bildet sich immer selbst, es kann nicht gebildet werden. Mit seinen Tätigkeiten, Bewegungen und Äußerungen begegnet es immer anderen Personen, von welchen es eine Reaktion benötigt. Die Kinder ermutigen sich gegenseitig zu weiteren differenzierten Tätigkeiten. Bei gegenseitiger Ablehnung blockieren sie sich in ihrem sozialen Bildungsprozess. Kinder lernen dann erfolgreich, wenn sie möglichst vielfältige Sinneswahrnehmungen für die Aufnahme und Verarbeitung von komplexen Eindrücken einsetzen können.

Bildung als kultureller Prozess: Gleichheit und Unterschiede

Für uns sind alle Kinder gleich. Jedes Kind hat ein Recht darauf in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen und in seinem Anderssein geachtet und beachtet zu werden.

Ziele: Kompetenzen im Bildungsverlauf

Unsere Kinder benötigen Kompetenzen, um sich in der Welt in der sie aufwachsen, bestehen zu können und handlungsfähig zu bleiben bzw. zu werden.

Ich – Kompetenzen

Unsere Kinder lernen sich ihrer selbst bewusst zu sein, ihren eigenen Kräften zu vertrauen, für sich selbst verantwortungsvoll zu handeln, Unabhängigkeit und Eigeninitiative zu entwickeln. Das heißt:
 

  • sich seiner Bedürfnisse, Interessen und Ansprüche bewusst werden
  • sich seiner Gefühle bewusst werden und diese angemessen ausdrücken
  • Vertrauen in die eigenen Kräfte und das Bewusstsein entwickeln, selbst etwas bewirken zu können
  • sich trauen, für die eigenen Rechte einzustehen und sich gegen Ungerechtigkeit wehren
  • eigene Stärken und Schwächen, eventuell auch Einschränkungen durch Behinderung erkennen und akzeptieren
  • die eigene Biografie, Familiengeschichte, Familientradition wahrnehmen, sich zugehörig fühlen und erkennen, dass die eigene Identität kulturell geprägt ist
  • mit Brüchen, Risiken, Widersprüchen leben, Übergänge und Grenzsituationen bewältigen
  • sich mitteilen, etwas sprachlich oder anders ausdrücken, sich mit anderen verständigen
  • neugierig  und offen sein für neue Erfahrungen, Wissen und Informationen
  • sich seine Meinung über die Dinge und Erscheinungen bilden und Meinungen anderer akzeptieren
  • Ideen entwickeln, Initiative ergreifen, andere begeistern sich durchsetzen
  • an einer selbst gestellten Aufgabe dranbleiben, bei Misserfolg nicht gleich aufgeben
  • Schönes in der Umgebung wahrnehmen, Natur, Kunst und Kultur erleben, Medienerlebnisse genießen und sich daran erfreuen
  • Kontakte herstellen und erhalten, kooperieren
  • Hilfe anbieten und Hilfe annehmen
  • seinen Körper achten, pflegen und gesund erhalten, Freude an der Bewegung entwickeln
  • Selbstgefühl entwickeln, Wissen was einem gut tut, auf seine „innere Stimme“ hören, Ängste akzeptieren und überwinden.
     

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Soziale Kompetenzen

Unsere Kinder lernen sich die Welt anzueignen, die sachlichen Lebensbereiche zu erschließen, sich theoretisches und praktisches Wissen und Können anzueignen und dabei urteil- und handlungsfähig zu werden. Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit zu entwickeln. Das heißt:
 

  • Erwartungen, Bedürfnisse und Gefühle anderer wahrnehmen, achtungsvoll miteinander umgehen
  • Anderen zuhören, sich einfühlen, sich in die Perspektive des Anderen zu versetzen und darauf eingehen
  • die Verschiedenheit in den Interessen zwischen den Kindern untereinander, sowie zwischen Kindern und Erwachsenen wahrnehmen und anerkennen
  • sich über unterschiedliche Erwartungen verständigen, Konflikte aushandeln und Kompromisse schließen
    erkennen, dass die eigenen Grundrechte nur gelten, weil andere Rechte haben
  • Entscheidungsstrukturen erkennen, mitbestimmen wollen und können
  • Kritik äußern und annehmen
  • Medien als Kommunikationsmittel über Regionen und Grenzen hinweg begreifen und zur Kontaktaufnahme mit anderen Menschen nutzen
  • für verschiedene Kulturen aufgeschlossen sein, die kulturellen und religiösen Verschiedenheiten im Leben von Menschen wahrnehmen, anerkennen und achten
  • gegenüber Diskriminierungen aufmerksam und unduldsam sein
  • Regeln und Normen des Zusammenlebens vereinbaren
  • Verantwortung für sich und andere, vor allem für Schwächere übernehmen
    die Folgen eigenen Verhaltens erkennen
  • Erkennen, im gemeinsamen Tun etwas bewirken zu können
  • Anerkennen und Achten, dass Andere anders bzw. unterschiedlich sind: Jungen und Mädchen, Alte und Junge, Menschen mit und ohne Behinderungen, Menschen mit unterschiedlichen Anschauungen
  • mit Werbung, Konsumdruck durch Medien und Konkurrenz unter Kindern selbstbewusst umgehen
  • Fairness entwickeln
     

Was tragen wir dazu bei:

  • Wir halten die kindliche Neugierde und die Lust am Lernen wach und zeigen Kindern, dass auch Erwachsene lernen
  • Wir unterstützen Kinder darin, ihre eigenen Lern- und Lösungswege zu finden, an einer Sache beharrlich weiterzuarbeiten und eigene Fragen zu verfolgen
  • Wir bieten Raum für selbständiges Erkunden, Experimentieren und Gestalten, um den Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu unterstützen
  • Wir tragen Themen an die Kinder heran, die für ihr Aufwachsen in dieser Gesellschaft wichtig sind
  • Wir gegen Kindern die Zeit, die sie brauchen, um lernen zu können und achten darauf, individuellen Lernprozesse nicht zu unterbrechen
  • Wir ermutigen Kinder, Fehler als Lernchance zu sehen und Misserfolge als Erfahrung, an der man sich weiterentwickeln kann
  • Wir regen Kinder an, Alltagssituationen in unserer Kindertagesstätte selbst zu gestalten, für und in der Gemeinschaft tätig zu sein und Verantwortung zu übernehmen.
  • Wir unterstützen Kinder, sich notwendiges Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen
  • Wir stellen vielfältige Materialien und Medien bereit. Wir ermöglichen den selbständigen Zugang und erschließen mit den Kindern Nutzungsmöglichkeiten
  • Wir unterstützen Kinder darin, ihr Wohngebiet und das nähere Umfeld unserer Kindertagesstätte zu erkunden
  • Wir schaffen Bedingungen für den Wechsel von Anspannung und Erholung, von Ruhe und Bewegung und fördern gesunde Essgewohnheiten durch eine ausgeglichene und ausgewogene Ernährung
  • Wir unterstützen den Spaß und die Freude an körperlicher Bewegung und fördern die Herausbildung körperlicher Fähigkeiten und Bewegungsfertigkeiten
  • Wir schaffen durch einzelne herausgehobene Aktionen die Voraussetzung für besondere Gemeinschaftserlebnisse.
     

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Sachkompetenzen

Unsere Kinder lernen sich die Welt anzueignen und sachliche Lebensbereiche zu erschließen. Sie erwerben theoretisches und praktisches Wissen und Können (Fähigkeiten und Fertigkeiten) und werden dabei urteils- und handlungsfähig. Dabei entwickeln sie Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit. Das heißt:

Mit allen Sinnen Dinge und Gegebenheiten differenziert wahrnehmen

  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen
  • Verallgemeinerungen, Begriffe bilden und diese in unterschiedlichern Lebenszusammenhängen anwenden
  • Freude am Suchen und Ausprobieren von Lösungswegen, am Experimentieren, am Forschen und Knobeln, am Überwinden von Schwierigkeiten empfinden
  • Zielstrebigkeit, Wissbegier, Beharrlichkeit, Ausdauer und Geschicklichkeit entwickeln
  • Die eigenen Wünsche, Gefühle, Absichten und Pläne anderen sprachlich verständlich vermitteln, etwas auch ohne Worte zum Ausdruck bringen
  • Sprachliche Äußerungen genau wahrnehmen, den Inhalt verstehen und die Gedanken sinnvoll, sprachlich treffend und grammatikalisch richtig wiedergeben, auch nonverbale Äußerungen verstehen
  • Wahrnehmen, dass es unterschiedlichen Sprachen gibt, sich in Hochdeutsch und in der Familiensprache verständigen
  • Die Vielfalt sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten erkennen und sich an der Schönheit von Sprache erfreuen
  • Interesse an schriftsprachlichen Symbolen, an Büchern und am Lesen entwickeln
  • Den Inhalt von Erzählungen, Märchen und Gedichten erschließen
  • Kreativität und Phantasie entwickeln, Vorstellungen, Wünsche, Gefühle und Urteile mit künstlerischen Tätigkeiten ausdrücken
  • Fertigkeiten in der Handhabung von Materialien, Arbeitstechniken, Gegenständen, Werkzeugen und technischen Geräten entwickeln
  • Interesse am Umgang mit verschiedenen Medien (Bücher, Zeitungen, Computer, Internet, Video, Fernsehen, Hörmedien) entwickeln und sich Fertigkeiten im Umgang damit aneignen
  • Den Unterschied zwischen eigenen Erleben und dem Erleben von Medienproduktionen erkennen
  • Kritisches Bewusstsein gegenüber Medien und Medienprodukten entwickeln
  • Einsichten in ökologische Zusammenhänge gewinnen
  • Wissen, warum und wie Menschen die Natur nutzen, gestalten und erhalten, sich für die Natur verantwortlich fühlen
  • Körperliche Beweglichkeit, Bewegungsfertigkeiten und Koordinationsvermögen sowie Interesse an sportlicher Tätigkeit ausbilden

    Lernmethodische Kompetenzen

    Unsere Kinder lernen ein Grundverständnis davon zu entwickeln, dass
    man lernt, was man lernt und wie man lernt. Sie erlangen die Fähigkeit, sich selbst Wissen und Können anzueignen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und die Bereitschaft von anderen zu lernen. Das heißt:

    Bereit sein, zu lernen, Fragen zu stellen
  • Bereit sein von anderen zu lernen
    Erkennen, das Bildung die eigenen Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten erweitert
  • Ursachen für gute Lernergebnisse bzw. nicht Gelungenes erkennen, Fehlerquellen ausfindig machen
  • Erkennen, dass Anstrengung zum Erfolg führen kann
  • Geduld zu Wiederholung und Übung aufbringen
  • Eigenen Zeitbedarf einschätzen und sich die Zeit einteilen
  • Erfahrungen und Vorstellungen ordnen und systematisieren, Beziehungen und Zusammenhänge zwischen den Dingen erkennen und herstellen
  • Erfahrungen und Erkenntnisse aus einem Handlungsbereich in einen anderen übertragen
  • Im Austausch unterschiedlicher Erkenntnisse und Meinungen zu neuen Lösungen kommen
  • Erkennen, dass es verschiedene Lösungswege gibt
  • Ein Grundverständnis dafür entwickeln, dass die eigenen Wahrnehmungen und Ansichten nicht immer richtig sein müssen, dass es sich lohnt, mit anderen darüber zu streiten
  • Kooperieren und arbeitsteilig an einer gemeinsamen Sache arbeiten
  • Vielfältige Möglichkeiten und Gegebenheiten (Experten, Bibliotheken, elektronische Medien) kennen, sich gezielt Wissen und Informationen anzueignen
  • Zeitverständnis für die Lösung von Aufgaben entwickeln
  • Lust am Lernen empfinden.
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