Innenausstattung

Die Architekten Völker & Grosse stellten durch wohl überlegte Verwendung von gleichartigem kostbarem Material zwischen den Einrichtungsgegenständen der Kirche eine innere Beziehung her. Wer die Kirche betritt, findet das Weihwasser in einem kleinen marmornen Becken. Von hier ausgehend ist dunkelgrüner Marmor für die Konsolen an den Seitenaltärchen, für die Kreuze an den Apostelleuchtern, für den Kredenztisch, für den Dreiklang Taufstein, Kommunionbank und Kanzel verwendet worden und schließlich für den alles beherrschenden Altar. Seine schlichte Tischform und die wohltuende Farbe konkurrieren auffällig mit dem lebhaften Naturmuster des polierten Gesteins. Nicht zufällig ist der Altar gerade so breit wie die Lücke zwischen den beiden Kommunionbänken rechts und links: Sie stellen gewissermaßen die Verlängerung des Altartisches dar.

Die Altarebene ist um fünf Stufen über Bodenniveau erhöht. Vom Altar weg führen rote Läufer in verschiedene Richtungen, gleichsam die Ströme des Heils andeutend, die nach der heiligen Schrift vom Tempel ausgingen. Der Boden des gesamten Altarraums besteht aus hellem Sedimentsandstein. Er reicht rechts bis zum Taufbrunnen und links bis zum Marienaltar und bezieht diese dadurch in den „Tempelbezirk“ mit ein.

Hierzu steht der fast schwarze Boden des Kirchenschiffs in absichtlichem Kontrast. Er symbolisiert offenbar seinen diesseitigen Untergrund. Gäbe es da nicht die freundlichen, lebhaft gemaserten, bequem gepolsterten hölzernen Kirchenbänke, würde der dunkle Boden vielleicht bedrücken.

Längst ausgestorbene Lebewesen sind in dem im Altarbereich verwendeten Sedimentgestein abgedruckt und enthalten. Auch der Nichtwissenschaftler kann ihre Spuren an manchen Stellen entschlüsseln. So nimmt die frühe Schöpfung stummen Anteilnahme am Lobpreis Gottes. Ähnlich beziehungsreich verhält es sich mit dem Marmor. Dabei handelt es sich um Tiefengestein, das unter enormem Druck wie Teig geknetet worden ist. Es bedarf keiner großen Fantasie, in dem geschliffenen Marmor jene gewaltige Energie zu erkennen, die gleichnishaft für das gebändigte Feuer der Liebe steht, das Gott dem Vater bei jeder heiligen Messe mit dem Opfer Christi dargebracht wird.

Ein geistliches Programm ist auch darin zu sehen, dass die Kirche uns auf der linken Seite eine Reihe Menschen als verehrungswürdig vorstellt. Angefangen hinten am Opferkästchen, steht den Gläubigen der heilige Antonius mit dem Jesuskind, etwas weiter vorn der heilige Josef buchstäblich zur Seite. Dieser ist fürsorglich bemüht, die Kerze nicht verlöschen zu lassen, die er in Händen hält. Weiter schreiten wir zu Maria, der Gottesmutter.

Seit dem Einzug der Spanischen Mission in die Kirche St.Nikolaus wird die Gottesmutter hier auf zwei Weisen verehrt, nämlich einmal als „Nuestra Senora la Virgen del Pilar“ (Unsere Frau, die Jungfrau von der Säule - nach dem Vorbild eines Heiligtums in Spanien) und außerdem nach alter klassischer Tradition als Jungfrau mit dem Jesuskind (siehe Abbbildung). Jede Figur hat ihren eigenen Platz zur Verehrung erhalten, damit reichlich Blumen und Kerzen dargebracht werden können.

Der spanischen Madonna zuliebe hat der heilige Nikolaus von Tolentino, unser Kirchenpatron, aus der Reihe tanzen müssen. Sein Bild hat dafür einen schönen Platz über der Kredenz gefunden. Noch weiter entrückt ist der heilige Don Bosco, der sich auf die rechte Seite geschlagen hat. Seine Verehrung hat der Salesianerpater Möller (1970-77) eingeführt.

Dort nämlich, rechts, befinden sich die Attribute des christlichen Heils. Vorn das Taufbecken, wo wir Kinder Gottes geworden sind, dann der Tabernakel, in dem das Sakrament des Altares, der Leib des Herrn, verwahrt wird und bei dem deshalb ewig ein Licht brennt. In der Seitenkapelle finden wir die Beichtstühle zur Erneuerung der Taufgnade. Schließlich entdecken wir noch ein Mosaik, das zur Anbetung des Herzens Jesu einlädt.

Die Figurenausstattung der Kirche ist zurückhaltend. Die heilige Maria, der heilige Josef und der heilige Antonius sind von dem Kunstschnitzer Schlenther aus unbemaltem Holz geschaffen worden. Ganz anders ist der heilige Nikolaus dargestellt. Sein Bildnis in Lebensgröße wurde von Hans Beyermann mit zarten Grüntönen in Emailletechnik in geschaffen.

Von dem gleichen Künstler stammt der Kreuzweg, der sich farblich dezent mit dem klinkerverkleideten Mauerwerk der Kirche verträgt. Er lenkt nicht vom Gottesdienst ab, vermag jedoch zu fesseln, wenn man sich ihm im Gebet zuwendet. Die vierzehn Stationen sind von hinten nach vorn so angeordnet, dass die betende Gemeinde, wenn sie den Kreuzweg geht, am Ende nicht mit dem toten Christus allein gelassen wird, sondern bereits hingeführt ist zum Tabernakel als der gleichsam fünfzehnten Station, in dem sie glaubend den auferstandenen Christus weiß. Die Tabernakeltüren sind kunstvoll verziert mit den griechischen Buchstaben Alpha und Omega, auf deutsch A bis Z, - hinweisend auf Anfang und Ende in Christus
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Orgel

Von 1970 bis 2006 stand in der Kirche St. Nikolaus eine bescheidene zweimanualige Orgel mit 13 klingenden Registern der Orgelbaufirma Karl Schuke. Obwohl nicht für diesen großen Gottesdienst-raum konzipiert, erfreute sie dennoch auf ihre Weise mehr als 35 Jahre lang die Gemeinde. Dann ergab sich aber eine unerwartete Chance.

Die evangelische Luther-Kirchengemeinde in Reinickendorf musste sich nämlich auf Grund eines nicht finanzierbaren Sanierungsaufwandes von ihrer Kirche trennen. Da der neue Eigentümer, die „Volksmission entschiedener Christen e.V.“ kein Interesse an der dortigen Orgel hatte, suchte man eine neue Heimat, wo das Instrument weiterhin zur Ehre Gottes erklingen könnte. Schließlich kam unsere Gemeinde in Betracht. So geschah es, dass St.Martin im Jahr 2006 von der Luther-Kirchengemeinde deren Orgel als Dauerleihgabe zur Aufstellung in St.Nikolaus erhielt.

Bei dieser Orgel handelt es sich um ein in den Jahren 1972/73 von der Firma Johannes Rohlf aus Neubulach erbautes Instrument. Vorbilder für diesen Orgeltyp sind im barocken Orgelbau zu finden. Die Temperierung nach Lambert 1774 ermöglicht eine gute Darstellung spätbarocker und frühklassischer Orgelmusik.

Das Instrument, eine zweimanualige Orgel mit 25 klingenden Registern, mit ca. 1650 Pfeifen, steht nicht nur für den gottesdienstlichen Gebrauch zur Verfügung. Darüber hinaus sollen interessierte Organisten, Instrumentalisten und Chöre der evangelischen und katholischen Kirche in St. Nikolaus die Möglichkeit haben, das weite Spektrum der sakralen Musik im Rahmen von Konzerten oder kirchenmusikalischen Andachten vorzustellen.

Die Konzerte werden von einem paritätisch besetzten Kuratorium organisiert. Die aktuellen Termine finden Sie in den Pfarrnachrichten.

Für Organisten hier noch einige technische Hinweise:

I Hauptwerk C-g³II                                                    Schwellwerk C-g³
Quintade 16’                                                             Gedeckt 8’
Principal 8’                                                                Quintade 8’
Koppelflöte 8’                                                            Principal 4’
Oktave 4’                                                                  Rohrflöte 4’
Blockflöte 4’                                                               Oktave 2’
Waldflöte 2’                                                               Terz 1 3/5’
Sesquialtera 2f.2 2/3’                                                  Quinte 1 1/3’
Mixtur 4-5f.2’                                                             Scharff 3f.1’
Trompete8’                                                               Oboe 8’
Tremulant                                                                 Tremulant

Pedal C-f1                                                                 Koppeln
Untersatz16’
Praestant 8’                                                                 II – I
Bordun 8’                                                                     I – P
Flöte 4’                                                                       II – P
Hintersatz 4f.   4’
Fagott 16’                                                            vollmechanische
Dulzian 8’                                                                 Schleiflade

Damit die Orgel uns noch lange Freude im Gottesdienst und in den hoffentlich zahlreichen Konzerten bereitet, bitten wir, die Arbeit des Kuratoriums finanziell zu unterstützen. Da wir für die Konzerte keinen Eintritt nehmen wollen, wird jeweils anschließend eine Türkollekte zu ihrer Finanzierung abgehalten. Sie können aber auch jederzeit eine Spende auf das Konto der Gemeinde unter dem Stichwort „Rohlf-Orgel“ überweisen.

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