Innenraum

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Innenraum          St. Martins-Bild           Marienstatue        Orgel           Kreuzweg          Tabernakel         Taufbrunnen

Im Vorraum der Kirche unterhalb des Turmes liegt auf der einen Seite der Eingang in den zentral angelegten großen Gottesdienstraum und auf der anderen Seite kann man die Marienkapelle betreten. Der Grundriss des Kirchenraumes gibt die Figur eines gedrungenen Kreuzes wieder.
Zu der zentral gelegten einstufigen Altarinsel führen die Seitenräume und das Hauptschiff in leichter Bodenschräge hinunter. Über dem Altar steigt der Raum zu beträchtlicher Höhe empor. Das Licht fällt von oben durch Flachglasfenster herab. Die gesamte Decke des Kirchenraumes ist mit Fichtenholzriemen verkleidet. Alle Wände des Raumes sind fensterlos und erhalten das Licht von oben durch schmale schrägliegende Dachfenster. Die so entstehenden „Lichtvorhänge“ geben dem Raum eine besondere Stimmung.


Durch die Versetzung der Raumelemente, die unterschiedlichen Abmessungen der Wandhöhen und der Wandbreiten erscheint der Zentralraum in seiner Rechtwinkligkeit wie in Bewegung gesetzt. Altartisch, Ambo und Priestersitz, so wie die Sitzbänke sind aus hellem Fichtenholz gearbeitet. Ein Kontrast zu den grauen Betonwänden. Des weiteren schmücken die Wände ein geschnitzter Kreuzweg mit 14 Stationen. Die Orgel ist im vorderen Kirchenschiff angeordnet. An der Stirnwand hinter dem Altar hängt ein großes Bild des Hl. Martin und ein großes Holzkreuz ohne Korpus. Der Taufbrunnen ist im rechten Seitenschiff in den Bankreihen eingegliedert.

 

Den hinteren Abschluss des Raumes bildet die Marienkapelle über der die Empore den Blick über den gesamten Raum freigibt. Die Marienkapelle wird durch eine große schwere Holzschiebewand vom Kirchenraum getrennt.

 

 

 

 

St. Martins-Bild
Der Kirchenvorstand beschloß 1980, einem Berliner Künstler den Auftrag zu geben, ein Tafelbild des Kirchenpatrons, des heiligen Martin von Tours, zu malen.

Der Künstler Johannes Grützke, 1937 in Berlin geboren, Studium 1957 bis 1964 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, nahm den Auftrag an.

Die Biographie des Heiligen aus dem 4. Jahrhundert von Sulpicius Servus gibt das Motiv der "Mantelteilung" am Stadttor von Amiens an. Grützke läßt den Reiter vom Pferde absteigen, damit er sich dem Bettler ganz zuwenden kann. Das Unverständnis der Reiterknechte im Hintergrund, wie es der Biograph überliefert hat, kommt gut zum Ausdruck. Johannes Grützke betonte, dass er sich nicht in der Lage sähe, ein "Kultbild" zu malen. Es ginge ihm aber darum, Matthäus 25 im handelnden Martin verständlich zu machen: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. - denn ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben".

Die Marienstatue
 in der Werktagskapelle von St.Martin ist ein Geschenk des Baumeisters unserer Kirche, Werner Düttmann, der am 26.Januar 1983 im Alter von 61 Jahren starb. Er hatte dieses Marienbild aus Italien mitgebracht - um 1400 in Umbrien entstanden - und wünschte sich, dass dieses ehrwürdige Bild wieder seinen Platz im Gotteshaus fände. Das Motiv schließt sich an byzantische Madonnenbilder an: Maria als "Königin-Mutter",die auf ihrer Hand den "König der Welt" uns entgegenstreckt. Fachkundige Beratung hat es nahegelegt, die Statue in dem so überkommenden Zustand zu belassen. Eine Restaurierung würde den gewohnten Eindruck minder.

 

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Die Orgel
 wurde von der Firma Freiburger Orgelbauer, August Späth, in Hugstetten über Freiburg erstellt. Der Kirchenvorstand konnte bereits am 3. Februar 1972, basierend auf einem Gutachten des damaligen Orgelsachverständigen des Bistums Berlin, Prof. Joseph Ahrens, den Auftrag erteilen. Es wurde ein Festpreis von DM 52.250,00, zuzüglich der MwSt. vereinbart. Durch eine Stiftung war die Finanzierung gesichert.


Hauptwerk
 Prinzipal 8' Rohrflöte 8' Oktave 4'
Sesquialtera 2 2/3' und 1 3/5' Mixtur 4f, 1 1/3 
 
Brustwerk
 Holzgedeckt 8' Quintade 4' Prinzipal 2'
Cymbel 3f', 1/2' Regal 8' und Tremulant
( Brustwerk ist schwellbar )
 
Pedal
 Subbaß 16' Pommer 8' Baßflöte 4'
 

Die äußere Gestaltung des Orgelwerkes ist den in Kuben komponierten Kirchenraum gut angepaßt. Die Trakturen der Orgel sind vollautomatisch. Ein Koppelmanual ist als 3. Manual eingerichtet.

Das Abnahme - Gutachten des Orgelsachverständigen Prof. Rudolf Heinemann vom 27. September 1973 weist auf: "Die einzelnen Stimmen sind ausgewogen intoniert. Der Prinzipalchor 8' und 4' trägt und singt, die Mixtur leuchtet; allein dieses Plenum erfaßt den Raum ganz. Die Rohrflöte scheint besonders gut gelungen. Das Pedal konturiert und zeichnet gut. Die Orgel in St. Martin darf als handwerklich und klanglich gelungenes Werk bezeichnet werden".

Die Kreuzweg-Stationen
Einen künstlerisch wertvollen und einen ausdrucksvollen Kreuzweg zu erwerben, war ein langgehegter Wunsch. Diesem Ziel kam die Gemeinde mit dem ersten Schritt näher, als im Jahre 1983 das inzwischen heimgegangene Ehepaar Albert und Gertrud Sperling eine Stiftung für die Ausgestaltung der St. Martins-Kirche machte.

Die Suche nach einem Künstler, der den Auftrag für die Gestaltung der 14 Stationen annehmen sollte, führte zum Erfolg. Der Bildhauer Prof. Jacob Adlhart in Hallein bei Salzburg legte dem Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinderat die Entwürfe in Orginalgröße 90 mal 90 cm vor und lieferte bald ein "Probebild", die 12. Kreuzwegstation, ab. Die Reaktion der Gemeinde war eindeutig positiv, sodass der Meister im Alter von 86 Jahren ans Werk gehen konnte. Leider konnte er bei der Einweihung des Kreuzweges am 24. Februar 1985 nicht dabei sein, da seine Gesundheit angegriffen war. Schließlich wurde unser Kreuzweg sein letztes großes Werk, da er am 12. August 1985 infolge eines Schlaganfalles starb.

Die Bildwerke sind aus Zirbelholz geschnitzt. Die Spuren des Schnitteisens zeichnen sich auf den Gesichtern der dargestellten Gestalten ab. Die Themen der einzelnen Bilder sind durch die traditionellen Kreuzwegstationen vorgegeben. In der Ausgestaltung erweist sich der Künstler als Repräsentant des Expressionismus. Zugleich spricht er eine Sprache, die  verständlich, volkstümlich bleibt.

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Der Tabernakel: Gott hat ein neues Zuhause in St. Martin.

Ideen, Wünsche, Anordnungen und Vorschriften gestalten die Inneneinrichtung einer Kirche im Wesentlichen mit. So auch in St. Martin. Ein Altar und ein Tabernakel dürfen auf keinen Fall fehlen.

Die Idee von Pfr. Bernhard Obst war es, im Hauptkirchenschiff die Dreiteilung: Altartisch, Ambo und Priestersitz. Den Altartisch für das Opfermahl, an dem Christus in der Wandlung real gegenwärtig ist. Der Ambo für das Wort Gottes und der Priestersitz als Zeichen für uns Menschen.

So wurde der Tabernakel, als Aufenthaltsort der Eucharistie, in die Kapelle gestellt. Hier fand man keinen anderen Platz als auf dem Altartisch, denn an die Wände sollte nichts gestellt werden, damit das Licht von oben ungehindert in den Kapellenraum fließen konnte. Obwohl der Standort des Tabernakels nicht den Vorschriften entsprach, wurde er so geweiht und über Jahrzehnte geduldet. Doch schon Kaplan Tippelt fing an daran zu rütteln und Pfr. Friedrichowicz begann die Sache zu ändern. Viele Gründe gaben am Anfang wohl den Ausschlag, doch diese jetzt noch aufzuzählen wäre müßig. Anfänglich sollte es ein Gemeindegespräch werden. Ein Wunsch von Pfr. Friedrichowicz, die Gemeinde mit einzubeziehen, damit man sich mit seinem Gotteshaus solidarisch erklären kann. Man sollte die Entscheidung mittragen wollen. Aber die Meinungen waren so verschieden, dass eine Mehrheit weder für das Aufstellen eines Tabernakels im Kirchenraum noch in der Kapelle gefunden worden wäre. So legte man die Entscheidung in die Verantwortung der gewählten Gemeindevertreter, dem Pfarrgemeinderat und dem Kirchenvorstand. Hier fand eine gemeinsame Sitzung statt, um ein Votum abgeben zu können.

Letztlich lag die Entscheidung beim Pfarrer. Die Mehrheit beider Gremien entschied man sich nach langen und hartgeführten Diskussionen für die Möglichkeit, den neuen Tabernakel im Hauptkirchenraum aufzustellen. Ein neuer Tabernakel war deshalb notwendig, da der Tabernakel aus der Kapelle in seinen Dimensionen zu klein gewesen wäre. Außerdem sollte die Monstranz im Tabernakel aufbewahrt werden können. Es wird die Befürworter der Idee von Pfarrer Obst sicherlich nicht zufrieden stellen, aber die Argumentationen für beide Möglichkeiten waren ausgewogen und so wäre es um des Friedens Willen in der Gemeinde von großem Wert, wenn diese Entscheidung nicht nur akzeptiert wird, sondern auch im Herzen mitgetragen wird. Es geht nicht darum wer Recht hat, sondern wo können wir unseren Herrgott verehren.

Seit der ersten Idee ist viel Zeit ins Land gegangen. Aber man hat sich die die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es mussten auch Kirchenaufsichtliche Genehmigungen eingeholt werden, die Kunstkommission des Erzbischöflichen Ordinariates wurde eingeschaltet, dann musste ein Künstler gefunden werden, der uns seine Vorstellung nahe bringen musste, dann die Beauftragung durch den KV und die Zeit der Erstellung des Tabernakels.

In dem Künstler Wilfried Statt fand man einen Bildhauer, der unseren Wünschen am meisten entsprochen hat. Wilfried Statt ist 1958 geboren, hat eine Lehre als Skulpteur gemacht und dann ein Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Fachgebiet Plastik absolviert. Er hatte von 1988 bis 1990 einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule in Berlin und von 1991 bis 2003 einen Lehrauftrag an der Kunstschule in Potsdam. Seit 1989 ist er freischaffender Künstler und hat sein Atelier in 14532 Stahnsdorf, Bahnhofstr. 29.

In den Gottesdiensten am Sonntag, dem 13.06.2004 wurde der Tabernakel feierlich von Herrn Pfarrer Friedrichowicz eingeweiht.

Der Taufbrunnen wurde vom Bildhauer Hubert Elsässer (geb. 1934 in Würzburg, wohnhaft in Gröbenzell bei München) geschaffen.
Das Werk, im Dezember 1985 in Auftrag gegeben, sollte in figürlicher Darstellung eine "Taufkatechese" vermitteln. Das Gebet zur Taufwasserweihe in der Osternacht enthält die Vorgaben: Am Anfang der Schöpfung schwebte der Geist Gottes über dem Wasser - Die Sintflut und die rettende Arche ein Zeichen der Taufe - Durchzug der Kinder Abrahams durch das Rote Meer - Jesus wird von Johannes im Jordan getauft und mit Heiligem Geist gesalbt. Der Taufbrunnen steht in der Nähe des Altares und somit im Blickfeld der Gemeinde. Die Tauffeier im Zentrum des Kirchenraumes - man denke an die Feier der Osternacht mit Taufe von Erwachsenen - hat sich sehr bewährt.

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